
Nach dem langen Flug wurden wir direkt von Alvis, dem Fahrer der Organisation, in Empfang genommen und haben dann eine Nacht in San Jose bei ihm und seiner Mutter verbracht. Am nächsten Morgen haben wir zum ersten Mal „Gallo Pinto“, ein traditionelles Gericht in Costa Rica, probiert. Wir haben uns dort direkt sehr wohl gefühlt, so als ob man nicht 13 Stunden weg von Zuhause wäre. Gleich am nächsten Tag sind wir dann an die Küste gefahren. Auf dem Weg hatten wir vorher noch die Möglichkeit in San Jose unser Material für die Schule zu kaufen. Danach sind wir auch an der Schule von Tino und mir vorbeigefahren und haben dort unsere Schuluniformen abgeholt. Zufälligerweise war meine Gastmutter zu genau der gleichen Zeit dort, also haben wir uns das erste Mal persönlich kennengelernt.
Orientierungskurs:
In Uvita an der Küste angekommen, hat sich Rosa für die nächsten Tage sehr gut um uns gekümmert. Wir haben von Luisa, die auch Teil von Jamso ist, eine kleine Einführung bekommen und einen Surfkurs gemacht. Bald haben wir auch die anderen beiden Deutschen kennengelernt, waren also zu fünft, und haben gemeinsam Patacones, ein weiteres traditionelles Gericht, zubereitet. In nur wenigen Stunden sind wir fünf wirklich zusammengewachsen. Das war sehr schön, denn am nächsten Tag haben wir gemeinsam eine Delfin/Wal/Schildkröten Tour gemacht, und konnten tatsächlich alle drei Tiere und ganz viele Vögel sehen. Den Rest des Tages verbrachten wir am Strand des Nationalparks. Am Sonntag besuchten wir dann noch eine Kokosnussfarm und haben gelernt, wie man Kokosnüsse verarbeitet.

Am nächsten Tag war dann mein erster Schultag. Ich war in einer Privatschule aus dem High School Select Programm. Durch das Select Programm konnte ich mich dazu entscheiden an die Küste zu gehen, sowie an eine Schule, die komplett auf Spanisch unterrichtet. Ich habe durch den Aufenthalt dort große Fortschritte gemacht, sodass ich nach ein paar Wochen alles ohne Probleme verstehen konnte. Ich habe dadurch auch gemerkt, dass ich Spanisch mittlerweile mehr oder weniger fließend sprechen kann, etwas, was ich vorher nie erwartet hätte. Englisch kam aber trotzdem nicht zu kurz, da wir 8 Unterrichtsstunden in der Woche hatten. Das Select Programm gab nicht nur mir, sondern auch den anderen die Möglichkeit unseren Aufenthalt, und vor allem wie viel Spanisch wir in der Schule hatten, individuell an uns anzupassen. So konnte jeder an eine Schule, die zu seinem Lernstand in Spanisch passte.
An der Schule wurde ich super herzlich aufgenommen und von Anfang an von allen in den Schulalltag integriert. Sowohl Lehrer als auch unsere Mitschüler haben Tino oder mir immer geholfen, wenn Fragen aufkamen.
Falls es andere Geschwister gibt, die sich überlegen gemeinsam nach Costa Rica zu gehen, bei mir und meinem Bruder hat das sehr gut funktioniert. Sowohl Jamso Trainee, als auch uns beiden war wichtig, dass wir dort nicht die ganze Zeit zusammen sein würden. Uns war wichtig, dass wir eher Zeit mit neuen Leuten und nicht miteinander verbringen. Wir beide waren an unterschiedlichen Schulen, in ganz unterschiedlichen Regionen, ca. 5 Stunden entfernt voneinander. Deswegen konnten wir unsere eigenen, ganz unterschiedlichen Erfahrungen unabhängig voneinander machen. Wir haben tatsächlich jetzt ganz andere Freundesgruppen dort.
Ausflüge

Mit Freunden haben wir uns in der Stadt getroffen. Wir sind zum Beispiel zum Hafen oder zum Malecón, der Uferpromenade, gegangen, haben Pizza gegessen, sind auf eine Kirmes gegangen oder haben uns bei Freunden getroffen. Obwohl die Region touristisch geprägt ist, konnten wir ins alltägliche Leben eintauchen und so Costa Rica von einer Seite kennenlernen, die viele wahrscheinlich nie erleben werden.

Aber auch jetzt wo ich wieder in Deutschland bin, habe ich immer noch Kontakt zu den anderen deutschen High Schoolschülern von Jamso Trainee, aber auch zu meinen Freunden dort und natürlich zu meiner Gastfamilie. Ich bin mir sicher, dass ich in der Zeit einige Freunde fürs Leben kennengelernt habe. Diese Zeit werde ich auf jeden Fall niemals vergessen.
Deswegen würde ich das High School Programm an jeden nur weiterempfehlen, es ist eine Erfahrung, die sich komplett vom deutschen Alltag unterscheidet. Man lernt nicht nur eine andere Sprache und Kultur, sondern vor allem auch eine andere Mentalität und (deutlich positivere) Lebenseinstellung kennen. Es ist eine Erfahrung, von der ich persönlich wahrscheinlich für den Rest meines Lebens profitieren werde und von der ich wahrscheinlich noch meinen Enkeln erzählen werde.


